Historie der Gestalttherapie

Begründet wurde die Gestalttherapie von dem deutsch-jüdischen Psychiater und Psychoanalytiker Frederik (Fritz) Salomon Perls (1893-1970) und der Psychologin und  Psychoanalytikerin Laura Perls (1905-1990).

1933 mussten die Perls vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen und fanden in Südafrika Exil. Dort entwickelten sie das erste theoretische Fundament der Gestalttherapie. Die erste Veröffentlichung der Perls (1944) trägt den Titel: Das Ich, der Hunger und die Aggression. Von Beginn an beschäftigten sie sich mit den Themen: Bewusstheit bzw. Gewahrsein.

Von Gestalttherapie als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren kann seit 1951 gesprochen werden. Außer Fritz und Laura Perls entwickelten Paul Goodman und Ralph F. Hefferlein das theoretische Fundament der Gestalttherapie mit. Weiterhin hatte der jüdischer Religionsphilosoph Martin Buber, mit seiner Theorie der ICH-DU Beziehung großen Einfluss auf die die Haltung der Therapeuten gegenüber den PatientInnen .

1952 wurde das Buch mit dem Titel: Gestalttherapie, veröffentlicht. Fritz und Laura Perls gründeten 1952 das erste Gestaltinstitut in New York.

Gestalttherapie Berlin
Nach der Gründungsphase in den USA hat sich die Gestalttherapie auch in Europa verbreitet. Dabei haben sich unterschiedliche Varianten, Strömungen und Stile entwickelt. Dies ist auf die unterschiedliche therapeutische Arbeitsweise von Fritz Perls und Laura Perls zurückzuführen.
Fritz Perls und Laura Perls trennten sich in der Folgezeit auch als Paar. Fritz Persl zog an die Westküste der USA, während Laura Perls ihre therapeutische Arbeit an der Ostküste weiterentwickelte und fortsetze. Fritz Perls galt als der konfrontierende Therapeut während Laura Perls einen weicheren und ehr integrativen Stil der Gestalttherapie praktizierte.

Gestalttherapie heute!

Gestalttherapie wird heute in den unterschiedlichsten sozialen Berufsfeldern angewandt. Aktuell wird mit ihr in psychotherapeutischen Praxen, in Einrichtungen der Suchttherapie, in pädagogischen Kontexten, in Beratungsstellen und in Kliniken gearbeitet.
Gestalttherapie ist in Deutschland keine Kassenleistung, im Gegensatz zu Österreich und der Schweiz. Seit 2000 ist das sog. Psychotherapeutengesetz wirksam. Nach berufspolitischen Auseinandersetzungen, zwischen den aktuellen psychotherapeutischen Schulen, haben sich als kassenfinanzierte Psychotherapien, die Psychoanalyse, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Verhaltenstherapie durchgesetzt. Somit hat sich nicht Qualität durchgesetzt, sondern eine berufspolitische Auseinandersetzung.