Gestalttherapie Berlin
WAS IST GESTALTTHERAPIE?

Die Grundlage meiner Arbeit in freier Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz bildet meine 4-jährige Ausbildung zum Gestalttherapeuten. Im Folgenden finden Sie einen kleinen Einstieg in die Entstehung und Theorie der Gestalttherapie.

Der Fokus des therapeutischen Prozesses liegt in der Gegenwart, im Hier und Jetzt. Gestalttherapie ist gegenwartsorientiert und auf die gesunden Persönlichkeitsanteile des Menschen bezogen.

Theorie der Gestalttherapie
Gestalttherapie in Berlin.
Psychologe Berlin. Psychotherapie
Foto by Thomas Charters on unsplash

Gestalttherapie
Eine Form der Psychotherapie

Fritz Perls und Laura Perls, die Begründer der Gestalttherapie (1951), waren Psychoanalytiker im engsten Mitarbeiterkreis von Sigmund Freund. Nach und nach entwickelten Laura und Fritz Perls, unterschiedliche theoretische Sichtweisen bezüglich der psychischen Struktur und der inneren psychischen Prozesse des Menschen.

Einen weiteren großen Einfluss auf die Entwicklung der Gestalttherapie hatte der Sozialphilosoph Paul Goodman, der Professor für Psychologie Ralph F. Hefferline und der jüdische Philosoph Martin Buber.

Gestalttherapie Berlin
Das Bild vom Menschen

Das Menschenbild der Gestalttherapie ist auf die „gesunden Anteile“ des Menschen bezogen.

Ein Fokus gestalttherapeutischer Arbeit bezieht sich auf die Kontaktfunktion des Menschen. Also, wie gelingt es dem Menschen seine Bedürfnisse wahrzunehmen und diese im Kontakt mit anderen Menschen zu leben (brauchen, wünschen, wollen)?
Kontakt findet dabei immer an der Kontaktgrenze zu anderen Menschen statt.

Während einer Gestalttherapie geht nicht darum einzelne Störungsbilder oder krankhafte Neurosen zu behandeln. Unser Organismus besitzt die Fähigkeit zur Selbstregulierung.

Gestalttherapie
Bedürfnisorientiert

Während einer Gestalttherapie interessieren sich Gestalttherapeuten nicht nur für krankhafte Persönlichkeitsmuster, oder für einzelne Krankheitsbilder.
Als Gestalttherapeuten interessieren wir uns wie der Mensch insgesamt fühlt und denkt.

Ziel gestalttherapeutischer Arbeit ist, den Menschen für seine Wahrnehmung (Bedürfnisse, Wünsche, Selbstwert) zu sensibilisieren.

Paartherapie Berlin Schoeneberg
Foto by Hello I'm Nik on unsplash

Gestalttherapie in Berlin
Ressourcenorientiert

Der gestalttherapeutische Ansatz ist in erster Linie ressourcenorientiert. Er zielt darauf ab, vorhandene innere und äußere Ressourcen zu erkennen und zu stärken. Gesunde Potenziale zu entdecken und den Menschen insgesamt in die Lage zu versetzen, den Kontakt zwischen sich und seinem Umfeld positiv zu gestalten.

In der direkten Arbeit wird der Mensch ganzheitlich betrachtet (Fühlen, Denken und Erleben). So wird Bewusstheit geschaffen, sich selbst und der Umwelt gegenüber. Das eigene Erleben steht dabei im Vordergrund und kann aus neuen Perspektiven betrachtet werden.

Gestalttherapie heute
Gestalttherapie in Aktion

Gestalttherapie wird heute in den unterschiedlichsten sozialen Berufsfeldern angewandt. Aktuell wird mit ihr in psychotherapeutischen Praxen, in Einrichtungen der Suchttherapie, in pädagogischen Kontexten, in Beratungsstellen und in Kliniken gearbeitet.

Gestalttherapie ist in Deutschland keine Kassenleistung, im Gegensatz zu Österreich und der Schweiz. Seit 2000 ist das sog. Psychotherapeutengesetz wirksam.

Nach berufspolitischen Auseinandersetzungen, zwischen den aktuellen psychotherapeutischen Schulen, haben sich als kassenfinanzierte Psychotherapien, die Psychoanalyse, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Verhaltenstherapie durchgesetzt. Somit hat sich nicht Qualität durchgesetzt, sondern eine berufspolitische Auseinandersetzung.

Gestaltpsychologie
Der Begriff Gestalt

Der Begriff „Gestalt“ kommt aus der Gestaltpsychologie. Die Gestaltpsychologie entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Eine zentrale Aussage der Gestaltpsychologie ist:

Das Ganze ist etwas anderes als die Summe seiner Teile (Stangl, 2019). Verwendete Literatur Stangl, W. (2019). Stichwort: 'Gestaltpsychologie'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik. WWW: https://lexikon.stangl.eu/2746/gestaltpsychologie/ (2019-12-13)

Dies bedeutet, dass die emotionale und psychische Struktur des Menschen nicht in immer kleinere Elemente zerlegt werden kann.

Der Mensch ist ein ganzheitlicher Organismus. Er besitzt eine Wahrnehmung, ein Erleben und kann dementsprechend handeln. Eine Melodie z. B. wird vom Menschen als Ganzes wahrgenommen. Wenn nur die einzelnen Noten isoliert betrachtet werden würden, könnte niemand eine Melodie erkennen.

Heilpraktiker (Psychotherapie)
Sie können mich wie folgt erreichen:

Telefonische Erreichbarkeit
Mobil: +49(0) 178 317 0477

Gestalttherapie in Berlin
Foto by Tianshu Liu on unsplash

GESTALTTHERAPIE
Der Kontaktprozess

Auf Grundlage der Feldtheorie von Kurth Lewin formulierten Perls, Hefferline und Goodmann die These, dass der Organismus seine Bedürfnisse in Form von Kontaktprozessen befriedigt.

Diese Kontakterfahrungen vollziehen sich an der Grenze zwischen Organismus und Umwelt.

An der Grenze zwischen Mensch und Umwelt findet demnach Kontakt statt. Die Kontaktgrenzen können durchlässiger oder undurchlässiger sein.

Organismus und Umwelt
Das Phasenmodell

Wir befinden uns immer im Austausch mit unserer Umwelt. Die Umwelt verändert uns und wir verändern die Umwelt. Alles was wir zum körperlichen und psychischen Überleben brauchen ist außerhalb von uns.

Wir sind also gezwungen Schritte in die Umwelt zu unternehmen, um zu überleben. Ein gutes Beispiel dafür ist Essen. Um unser Überleben zu sichern, müssen wir Essen. Wir müssen „nach draußen“, damit wir uns das Essen einverleiben können.

Wie wir mit der Umwelt in Kontakt treten beschreibt die Gestalttheorie als Kontaktprozesses. Der Kontaktprozess unterteilt sich in verschiedene Phasen, mit unterschiedlichem Energieniveau.

1. Vorkontakt

Im Vorkontakt wird der Mensch durch einen Stimulus erregt. Eine Bedürfnisgestalt bildet sich und drängt in den Vordergrund.

2. Orientierung und Umgestaltung

Wir orientieren uns in der Umwelt, um das Bedürfnis, dass in den Vordergrund gerückt ist zu befriedigen. Wir sind sowohl sensomotorisch mobilisiert. D. h. wir müssen zielgerichtet Handeln. Wir müssen Energie aufbringen, um das Bedürfnis zu befriedigen.

3. Voller Kontakt

Im vollen Kontakt verschmelzen wir sozusagen mit der Bedürfnisbefriedigung. Das Ziel ist erreicht.

4. Der Nachkontakt

Sättigung hat sich eingestellt. Das Bedürfnis ist befriedigt. Das Erregungsniveau nimmt ab und der Abstand zwischen mir und der Umwelt wieder größer.